Nachdem wir am Sonntag Zeit hatten uns einzurichten und anzukommen waren wir am Montag mit Amanda unterwegs. Als wir morgens losfahren wollten, hörte man plötzlich laute Musik und es stellte sich heraus, dass auf dem Sportplatz hier in Karibib gerade das Arts- and Culture-Festival der Erongo-Region gestartet hat. Die Erongo Region ist wie ein Bundesland hier in Namibia. So hat sich unser Plan also Spontan geändert und wir sind erst mal zum Festival gefahren. Auch wenn der offizielle Start schon seit 1h war, ging es gerade erst los, als wir ankamen (mal wieder typisch für die African-Time). Nachdem wir uns hingesetzt haben, wurde uns dann allerdings gesagt, dass die Plätze für der Performer reserviert sind. Also gingen wir auf die andere Seite, wo noch freie Plätze waren, doch auf dem Weg dahin hielt uns eine Frau auf und meinet, wir sollen Hans doch hinter sie setzten, wir seien jetzt ihre Gäste. Und wie wir kurz danach erfahren war diese Frau die Gouverneurin der Erongo-Region. Auf dem Festival sind verschiedene Gruppen aus den verschiedenen indigenen Stämmen aufgetreten und haben traditionelle tanze aufgeführt, gesungen und geschauspielert.
Weiter ging es für uns dann in die Location, das ist wie ein Viertel in dem die Menschen in ärmeren Verhältnissen und hauptsächlich in Wellblechhäusern leben. In der Location baut Amanda aktuell eine Soup-Kitchen, um Kindern in der Location warme Mahlzeiten zu geben. In Zukunft plant sie, dort auch Klassenräume für den Kindergarten zu bauen, damit die Kinder aus der Location auch bei schlechten Wetter-Verhältnissen Zugang zu Bildung und Betreuung haben. Nachdem wir uns all das angeschaut haben, ging es das erste Mal in den Kindergarten. Dort konnten wir unsere Kolleginnen kennenlernen und uns mit den Räumen vertraut machen.
In den nächsten Tagen waren Laura und ich viel im Kindergarten. Zum ersten mal sind wir unseren Arbeitsweg mit Teacher Philipp gelaufen, sie wohnt auch auf unserem Grundstück. Der Weg führt erst durch die Häuser, dann über die Bundesstraße, durch Gebüsch, bis wir am Kindergarten ankommen. Da allerdings die Schulferien bevorstanden waren kaum noch Kinder da. Wir haben also viel Sortiert und Schränke geputzt.
Am letzten Tag vor den Ferien hat Amanda alle Mitarbeiterinnen zum Braai (traditionelles Grillen) zu sich nach Hause eingeladen und wir hatten einen lustigen Abend und haben die beginnenden Ferien gefeiert.
Die Tage danach waren sehr entspannt und Laura und ich hatten Zeit so richtig anzukommen. Sonntag sollten wir uns dann in der Kirche vorstellen, damit die Bewohner von Karibib uns auch kennenlernen. Im Gottesdienst wurde viel gesungen und getanzt, leider war der Gottesdienst nur auf Afrikaans und Damara (eine der vielen Indigenen Sprachen), weshalb wir nicht viel verstanden haben. Trotzdem war es eine coole Erfahrung zu sehen, wie Gottesdienste in anderen Kulturen so ablaufen und nach 3h ging es dann wieder zurück nach Hause.
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